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Reha-Antrag

Sie haben laut § 4 Sozialgesetzbuch I ein Recht auf die notwendigen Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Besserung und zur Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie zur wirtschaftlichen Sicherung bei Krankheit und Minderung der Erwerbsfähigkeit, wenn Sie in der Sozialversicherung versichert sind.
Was Sie dabei beachten sollten, erklären wir Ihnen hier.

1. Gesundheitliche Ziele festlegen

Klären Sie, welche Art Reha Sie beantragen möchten.

Sie können eine Reha als Anschlussheilbehandlung (AHB) nach einem Krankenhausaufenthalt oder als Heilverfahren (HV) ohne vorherigen Krankenhausaufenthalt beantragen.

Im Krankenhaus helfen Ihnen der Sozialdienst oder Ihr behandelnder Arzt, die Reha zu beantragen. Andernfalls kann der Hausarzt bei einem Reha-Antrag helfen.


2. Ambulante oder stationäre Reha

Holen Sie sich das Reha-Antragsformular bei Ihrem Kostenträger.

Zuständige Kostenträger sind:

  • Deutsche Rentenversicherung (DRV) für Erwerbstätige, Bezieher einer Rente aufgrund von Erwerbsminderung oder Arbeitssuchende
  • Krankenkasse für nicht berufstätige Erwachsene sowie Rentner

Der Reha-Antrag besteht aus:

  • einem Selbstauskunftsbogen
  • AUD-Beleg, in dem von der Krankenkasse die Vorerkrankungen aufgelistet werden
  • Befundbericht vom Fach- bzw. Hausarzt
  • Optional: Formular zum Wunsch- und Wahlrecht: Dies reichen Sie mit ein, wenn Sie eine Wunschklinik angeben möchten.

Tipp: Der Sozialdienst im Krankenhaus oder Ihr Hausarzt haben die Formulare meist vorrätig. Sie können Ihnen helfen, die Reha zu beantragen.


3. Reha begründen

Sie benötigen für den Reha-Antrag einen Arztbericht. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, um die Reha zu beantragen.

Ihr Arzt muss die Notwendigkeit der Reha begründen und Ihren Krankheitsverlauf dokumentieren. Wichtige Inhalte sind: alle behandlungswürdigen Diagnosen, Reha-Ziele, ggf. besondere Behandlungsnotwendigkeit, z.B. ein bestimmtes Klima am Ort der Reha. Der Bericht muss dem Reha-Antrag beigelegt werden.

Damit der Kostenträger die Reha bewilligt, müssen diese Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Rehabilitationsbedürftigkeit:  Rehabilitationsmaßnahmen sind erforderlich
  • Positive Rehabilitationsprognose: die Rehabilitationsziele können in einem realistischen Zeitraum erreicht werden
  • Rehabilitationsfähigkeit: der Patient ist körperlich in der Lage, Rehabilitationsmaßnahmen durchzuführen

4. Wunschklinik wählen

Füllen Sie den restlichen Reha-Antrag aus und fügen Sie ggf. das Formular zum Wunsch- und Wahlrecht bei.

Wenn Sie eine Reha beantragen, haben Sie das Recht, sich Ihre Reha-Klinik selbst auszusuchen.  Legen Sie dazu das Formular zum Wunsch- und Wahlrecht Ihrem Reha-Antrag bei.


5. Antrag einreichen

Reichen Sie den Reha-Antrag bei Ihrem Kostenträger ein.

Der Kostenträger prüft die Notwendigkeit einer Rehabilitation. Er muss über den Antrag spätestens nach drei Wochen entscheiden. Wenn Sie den Reha-Antrag versehentlich beim falschen Kostenträger eingereicht haben, ist dieser verpflichtet,  diesen innerhalb von 14 Tagen an den zuständigen Kostenträger weiterzuleiten und Sie darüber zu informieren.


6. Bewilligung

Ihr Reha-Antrag wurde bewilligt. Informieren Sie Ihren Arzt und Arbeitgeber darüber, dass Sie eine Reha antreten.

Sobald Ihre Reha bewilligt wurde, erhalten Sie einen Bescheid mit:

  • Name, Adresse und Ansprechpartner der Rehabilitationseinrichtung
  • geplanter Dauer der Reha 
  • Hinweise bezüglich entstehenden Kosten bei An- und Abreise
  • Informationen zum Übergangsgeld während des Aufenthaltes, zur Zuzahlung
  • Hinweis auf Widerrufsrecht gegen den Bescheid

6. Reha abgelehnt: Widerspruch einlegen

Ihr Reha-Antrag wurde abgelehnt. Legen Sie Widerspruch ein.

Holen Sie sich erneut eine ärztliche Stellungnahme bzw. Gutachten ein, das inhaltlich auf die Ablehnungsgründe eingeht und legen Sie schriftlich Widerspruch ein. Wenn im Bescheid kein anderer Zeitraum benannt ist, müssen Sie hierfür eine Frist von vier Wochen nach Erhalt des Bescheids einhalten.
Bei einer erneuten Ablehnung können Sie innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Widerspruchsbescheids vor dem Sozialgericht klagen.
Kostenlose Hilfe dazu erhalten Sie z.B. vom Arbeitskreis Gesundheit e.V.

www.arbeitskreis-gesundheit.de


Ihr Recht auf Reha

Die Rehabilitation ist laut Sozialgesetzbuch eine Pflichtleistung der Krankenkassen. Wichtige Voraussetzung sind belegbare medizinische Gründe für eine Rehabilitation. Ziel der Rehabilitationsmaßnahme ist es, gesundheitliche Einschränkungen zu mindern oder zu beseitigen. 

Zuständige Kostenträger sind in den meisten Fällen die Gesetzliche Krankenversicherung oder die Deutsche Rentenversicherung. Je nach vertraglich vereinbartem Leistungsumfang kann auch die Private Krankenversicherung die Kosten übernehmen. Die Zuständigkeit hängt von den individuellen Zielen der Reha und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen ab.

Die wichtigsten Fragen zum Reha-Antrag

Was Sie wissen sollten, um eine Reha zu beantragen
Wann bekomme ich eine Rehabilitation?

Eine Rehabilitationmaßnahme können Sie erhalten, wenn Sie durch Krankheit, Unfall oder Behinderung an der Teilhabe am normalen Leben gehindert werden. Die Rehabilitationsmaßnahme muss geeignet sein, Ihre gesundheitliche Einschränkung zu beseitigen, zu mindern, eine Verschlechterung zu verhindern oder die Folgen der Einschränkung zu mildern. Es geht also darum, mit gezielten Rehabilitationsmaßnahmen eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder Ihnen trotz dauerhafter gesundheitlicher Einschränkungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. All dies regelt das IX Sozialgesetzbuch. Sie haben also einen Rechtsanspruch auf Rehabilitation.
Der Gesetzgeber hat auch geregelt, wer die Kosten dafür übernehmen muss. Das ist abhängig von Ihrem Alter und der jeweiligen Lebenssituation. Die so genannten Kostenträger (Rentenversicherung oder Krankenkasse) geben die Krankheitsbilder und Rehabilitationsziele vor. Bei der Gesetzlichen Rentenversicherung geht es darum, Ihre Arbeitsfähigkeit nach Unfall oder Erkrankung zu erhalten oder wiederherzustellen und eine Frühverrentung zu vermeiden. Aufgabe der Gesetzlichen Krankenkassen ist es, mit der Rehabilitation die Pflegebedürftigkeit vermeiden oder aber Kindern und Jugendlichen zu helfen, mit einer Behinderung klarzukommen oder deren Folgen abzumildern.  Die Gesetzliche Unfallversicherung ist zuständig, wenn es darum geht, den Schaden nach Arbeitsunfällen oder bei Berufskrankheiten zu beseitigen oder zu verringern.

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Woher bekomme ich die Anträge für eine Reha?

Anträge bekommen Sie im Krankenhaus von den Sozialdienstmitarbeitern, von der Deutschen Rentenversicherung oder den Krankenkassen. Das Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung für medizinische Rehabilitation erreichen Sie unter 0800 1000 480 70.

Auf der Website der Deutsche Rentenversicherung können Sie die Anträge ebenfalls herunterladen: www.deutsche-rentenversicherung.de

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Wer kann mir beim Reha-Antrag helfen?

Der Reha-Antrag ist ziemlich kompliziert. Hilfe erhalten Sie bei Ihrem Haus- oder Facharzt. Wenn Sie sich einer stationären Behandlung unterziehen, der eine Reha folgen soll, helfen Ihnen die Sozialdienste der Krankenhäuser im Rahmen des so genannten Überleitungs- oder Entlassmanagements. Hilfe erhalten Sie aber auch bei der Deutsche Rentenversicherung, Ihrer Krankenkasse oder auch bei den extra eingerichteten Servicestellen für Rehabilitation unter der Adresse www.reha-servicestellen.de.

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Was muss ich bei der Antragstellung für eine Reha beachten?

Wichtig ist, dass es belegbare medizinische Gründe für eine Reha-Maßnahme gibt. Diese besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt. 

Ihr Arzt muss einschätzen, ob Sie eine Reha-Maßnahme benötigen, ob Sie in der Lage sind, an einer solchen Maßnahme teilzunehmen und ob die realistische Aussicht besteht, dass sich Ihr Gesundheitszustand oder Ihre Fähigkeiten durch diese Rehabilitationsmaßnahme verbessern.

Für den Kostenträger sind ausschließlich die aktuellen Antragsunterlagen wichtig. Deshalb sollten diese sehr präzise und verständlich ausgefüllt sein und eine nachvollziehbare Begründung für den Antrag enthalten.

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Wie lange braucht der Kostenträger, um über meinen Reha-Antrag zu entscheiden?

Der Gesetzgeber regelt, dass die Kostenträger drei Wochen Zeit für die Entscheidung haben. Wurde der Antrag beim falschen Kostenträger eingereicht, muss dieser innerhalb von zwei Wochen den Antrag an den richtigen Kostenträger weiterleiten und dieser hat dann weitere drei Wochen Zeit für die Entscheidung. Wenn ein zusätzliches medizinisches Gutachten zur Feststellung Ihres Rehabilitationsbedarfs notwendig ist, kann es allerdings länger dauern.

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Was kann ich tun, wenn mein Antrag auf Rehabilitation abgelehnt wird?

Nehmen Sie die Ablehnung nicht einfach hin, sondern legen Sie Widerspruch ein. Dafür müssen Sie die Widerspruchsfrist einhalten. Diese finden Sie meist am Ende des Bewilligungsschreibens. Die Frist beträgt üblicherweise 4 Wochen. Fehlen im Brief des Kostenträgers die Hinweise auf Ihr Widerspruchsrecht und die Widerspruchsfrist, nehmen Sie unverzüglich mit dem Kostenträger Kontakt auf und verlangen Sie die Zustellung einer „rechtsmittelfähigen Entscheidung“. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihnen alle Rechtsmittel gegen die Ablehnung offen stehen. Und: Keine Angst vor dem Aufwand. Arbeitskreis Gesundheit e. V. hilft Ihnen gern und kostenlos. Oft genügt schon der Widerspruch, um den Kostenträger seine Entscheidung noch einmal überdenken zu lassen.

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Wie oft kann ich eine Rehabilitationsmaßnahme in Anspruch nehmen?

Als Versicherter der Deutschen Rentenversicherung können Sie alle vier Jahre einen Antrag auf eine medizinische Rehabilitation stellen, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Als Antragsteller müssen Sie im erwerbsfähigen Alter sein, nicht dauerhaft aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sein und bestimmte Versicherungszeiten vorweisen. In dringenden Fällen kann eine Reha aber auch vor Ablauf von vier Jahren bewilligt werden.

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Kann ich auch als Angehöriger den Reha-Antrag stellen und das Wunsch- und Wahlrecht ausüben?

Nur wenn Sie über entsprechende Vollmachten (Generalvollmacht, Vorsorgevollmacht …) verfügen oder eine Betreuung vom Betreuungsgericht angeordnet wurde, können Sie stellvertretend für den Betroffenen handeln.

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Formulare zum Download

Reha-Antrag (Deutsche Rentenversicherung)
Anlagen und Zusatzformulare zum Reha-Antrag (Deutsche Rentenversicherung)
Reha-Anträge für besondere Fälle (Deutsche Rentenversicherung)
Weitere Anträge im Zusammenhang mit Rehabilitation (Deutsche Rentenversicherung)